Betrifft: Neues Kulturzentrum für Pinneberg
Die Turnhalle in Pinneberg / Lindenstrasse soll den Namen Kulturzentrum-Herman-Wupperman (1852 - 1898) bekommen!
An die Pinneberger Bürger
Jetzt, da die Turnhalle durch den
Umbau zum Kulturzentrum ins öffentliche Interesse gerückt ist,
sollte dem Projekt des Kulturzentrums der "richtige" Name gegeben werden, der Name des Erbauers Herman Theodor Wupperman (1852 - 1898).
Wir möchten, dass die Turnhalle in der Lindenstrasse den Namen "Kulturzentrum-Herman-Wupperman" erhält und bitten Euch, uns dabei zu unterstützen.
Warum Herman Wupperman?
Im Rahmen der Pinneberg
Geschichtswerkstatt tauchte eine Dokumentation vom April 1895 zum sozialen Werk des
Unternehmers Herman Theodor Wupperman aus den 1890er Jahren auf.
Sie enthielt
Pläne der Bauten vom Unternehmer für seine Mitarbeiter und die
Unterlage über die
Wohlfahrtseinrichtungen des Emaillierwerks der FirmaHerman Wupperman Pinneberg (Holstein).
Die Turnhalle in der Lindenstrasse neben vielen anderen Sozialbauten ist von Herman Theodor Wupperman (1852 - 1898) errichtet worden.
Um 1890 herum errichtete ein
Industrieller so ein Sozialwerk? Großartig!
Das sollte auch heute noch ausreichen für eine entsprechende Würdigung des Mannes wie durch die Bennennung des Kulturzentrums nach seinem Namen !
Aber - warum trägt die Turnhalle
jetzt nicht seinen Namen, sondern wird "Ernst-Paasch-Halle" genannt?
Das
liegt unter anderem daran, dass aus dem Betriebssportverein Union des
Werkes später der VfL Pinneberg entstand, um den Ernst Paasch sich
als Mitbegründer verdient gemacht hat.
Daher wurde die Halle nach 1945 nach ihm benannt. Ernst Paasch war aber eben nicht der Erbauer.
Seltsam,dass Herman Wupperman (1852 - 1898) heute eine so geringe Rolle in der an Reizen etwas armen Stadt Pinneberg spielt.
Immerhin steht in einem Rondeel
in der Herman-Strasse das Denkmal für Herman Wupperman, das ihm seine Frau Emmeline auf Bitten der Arbeiter 1902 errichtet hat.
Woraus bestand das soziale Werk, wie beschrieben in "Wohlfahrtseinrichtungen des Emaillierwerks der Firma
Herman Wupperman" ?
Es enthält die beeindruckende Liste dieser Einrichtungen:
eine
Betriebskrankenkasse
eine Unfallversicherung
eine Invaliditäts- und Altersversicherung
eine Beamten-Versicherung
eineFamilien-, Kranken- und Sterbekasse
eineArbeiter-Unterstützungs-Kasse
Krankenpflege: ErsteHilfe bei Unfällen und Pflege im Hause
Belohnung fürDiensttreue
ein Anstaltshaus
mit Arztpraxis, Warteschule, Toiletten und Speisesälen für Frauen und Männer.
Es gab eine Bibliothek und eine Zeitung.
Und
eine Kaffeeküche.
eine Haushaltungsschule
für Hauswirtschaftlichen Unterricht
,
in der auch Nähkurse angeboten wurden .
Arbeiterwohnungen
1890:
zwei Arbeiterwohnhäuser mit je zwei Wohnungen
1891/92:
drei Arbeiterwohnhäuser mit je vier Wohnungen
1894:
vier Arbeiterwohnhäuser mit je zwei Wohnungen
2Wohnhäuser mit je 2 Wohnungen und ein Einzel-Wohnhaus
2Wohnhäuser in der Stadt Pinneberg für unverheiratete
Arbeiterinnen,
Vertrauensleute,
Meister und Nachtwächter
dieTurnhalle
Pachtland für
Schrebergärten
einen Kohlen-Konsum-Verein
eine Miete-Sparkasse
eineWeihnachtsbescherung
Einige der Häuser stehen noch, keins mehr im Originalzustand.
Bis auf die Werkhallen sind die Bauten der Firma verschwunden.
Nach dem Tod von Herman Wupperman übernahm die Witwe Emmeline Wupperman
und brachte zusätzlich 300.000 Mark (lt. Bundesbank 2.610.000 €) in eine Stiftung zur Aufbesserung der Renten der Arbeiter und Arbeiterinnen und Witwen ein.
Link zum komplettenText der "Wohlfahrts=Einrichtungen des Emaillirwerks der Firma Herman Wupperman Pinneberg (Holstein)".
Volkert A. Braren /
vab@vbraren.de / www.vbraren.de
Beruf: Dipl.-Ing. Elektrotechnik, geb. 24.04.1946
in Rente seit 2011
Verheiratet seit 1972, 3 Kinder, 7 Enkel
Wohnt
in Pinneberg seit 1976, aufgewachsen in Altona / Sasel
Abitur in Itzehoe
Nordfriese,
Familie aus Föhr
Ex-Klein-Verleger
plattdeutscher Bücher
12.08.2026